Immer am 3. Dienstag im Monat treffen wir uns nicht nur zum Kaffeetrinken und Kuchenessen. Wir sind an verschiedenen Themen interessiert. So reden wir über Fragen, die uns beschäftigen. Gerne singen wir alte und neue Lieder.

Die Entwicklung von steigenden Infektionszahlen mit Corona ist nicht aufzuhalten.
Auch im Kreis Kleve sind es inzwischen über 90 auf 100.000 Infektionen in 7 Tagen.
Wir halten uns an die Vorgaben. Deshalb hat für uns Priorität, Ansteckungsmöglichkeiten zu vermeiden.
Somit haben wir uns leider entschieden, den Seniorentreff am 17. November 2020 ausfallen zu lassen.
Bezüglich Dezember informieren wir an dieser Stelle zeitnah.

Gottes Segen, bis wir uns wieder sehen!

Gedanken zum Seniorentreff am 20. Oktober 2020

Also, wir kennen alle den Spruch "Was der Mensch sät, das wird er ernten". Das ist doch eigentlich klar, wenn einer unfreundlich ist, kann er nicht damit rechnen, dass andere freundlich zu ihm sind. Das mal nur als Beispiel. Es sei denn, jemand reagiert freundlich. Dann wird der Unfreundliche vieleicht staunen. Aber das liegt dann an dem Gegenüber, und nicht an dem Stiesel.

Eigentlich kommt dieser Spruch in der Bibel vor. Wie so manches, was bei uns geläufige Worte geworden sind. Manchmal geht es uns mit Bibelstellen, wie mir jetzt. Eine Zeile, ein Vers, kramt mein Gedächtnis ans Tageslicht. Aber der Zusammenhang und wo diese Bibelstelle steht fällt mir nicht im Moment ein. Was macht man da? Schön wenn man einen Computer hat und auf BibelServer.de suchen kann. Es gibt auch Bücher, eine Konkordanz. Mit der hat man es früher gemacht. Geht auch noch heute. Also, so oder so. 
 
Dann lese ich den Zusammenhang. Und stelle fest, dass dieser kleine Textschnipsel eigentlich einer ganz anderen Aussage diente, als ich gedacht habe. Hier ist der Text der mir in den Sinn kam: "Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten." Ich dachte, es ging um Ernte und Erwartung, dass die Saat aufgeht, und die Vorfreude auf Frucht. Wir sind im Oktober und da ist es naheliegend, an Ernte zu denken. Das Erntedankfest liegt hinter uns.
 
Ich könnte auch fragen, was säen  wir und welche Erwartungen sind damit verbunden? So zum Beispiel: Ich bin kleinlich mit Geldgeschenken, erwarte aber von anderen gute Geschenke. Ich bin neugierig und erwarte von anderen Zurückhaltung. Ich schaue weg, wenn andere in Not sind, erwarte aber, dass mir geholfen wird, wenn es mir schlecht geht.
Und jetzt lese ich doch mal die betreffende Bibelstelle.
 
Galater 6, Lutherbibel 2017
 
Mahnung zur Brüderlichkeit
1 Brüder und Schwestern, wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid. Und sieh auf dich selbst, dass du nicht auch versucht werdest.
2 Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. 
3 Denn wenn jemand meint, er sei etwas, obwohl er doch nichts ist, der betrügt sich selbst. 
4 Ein jeder aber prüfe sein eigenes Werk; und dann wird er seinen Ruhm bei sich selbst haben und nicht gegenüber einem andern. 
5 Denn ein jeder wird seine eigene Last tragen. 
6 Wer aber unterrichtet wird im Wort, der gebe dem, der ihn unterrichtet, Anteil an allen Gütern. 
7 Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. 
8 Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. 
9 Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen. 
10 Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen.
 
Der Vers 7 steht in einem Zusammenhang, in dem Paulus die Galater-Gemeinde daran erinnert, einander zu helfen und authentisch zu sein. So ein einzelner Vers kann dann schnell zum Mittelpunkt einer Betrachtung werden. Und es entwickeln sich Konstruktionen, die vom eigentlichen Sinn wegführen. Der Abschnitt, der in Betracht kommt, sind die Verse 1 bis 10. .
 
Der Textabschnitt leitet das Ende des Briefs an die Galater-Christengemeinde ein. Paulus setzt zur Landung an und gibt der Gemeinde ein paar Anweisungen mit auf den Weg, die ihm für diese Gemeinde wichtig sind.
 
Es scheint zunächst wichtig zu sein, zu klären was Fleisch und Geist sind, bzw. unterscheidet. Siehe Vers 8. Wenn wir beides vom Ende oder Ergebnis her betrachten wird es vielleicht schon etwas klarer. Fleisch = Verderben. Geist = ewiges Leben.
 
Was könnte Fleisch sein? Es beginnt mit der Zeugung, geht über Geburt, führt weiter mit dem Leben und endet mit dem Tod. Das Leben gestalten wir und tun des möglichste, dass es uns gut geht. Wenn es mit dem Tod endet, können wir auch davon reden, dass es zeitlich ist. Wie ein Projekt, dass einen Anfang und ein Ende hat. Da geht dann nichts über das Ende, den Tod hinaus. Es ist zeitlich. Tod, aus die Maus. Leben bedeutet aber auch: Belohnung, Anerkennung, Achtung, Macht, Erfolg, Genießen, Sucht, Krankheit, Familie, Freunde, Gesellschaft. Und was uns noch ergänzend einfällt. Was bedeutet jetzt säen auf mein Fleisch? Vielleicht fällte uns ja jetzt die Antwort darauf ein. Wenn ich auf mein Fleisch säe, säe ich auf Zeitlichkeit. Diese Zeitlichkeit ist eben begrenzt, hört irgendwann auf und geht nicht weiter. Im Endergebnis: Wenn das alles war, bleibt nichts
 
Jetzt die andere Seite. Geist. Wenn Geist das Gegenstück zu Fleisch ist, ist wie wir bisher wissen, nicht zeitlich. Was nicht zeitlich ist, ist ewig. Was nicht zeitlich ist, hat keinen Anfang und Ende. Doch, die Bibel sagt von Gott: Er ist Anfang und Ende. Wir können aber mit unserem Denkvermögen halt nicht ergründen, wann Anfang war und wann Ende sein wird. Das soll uns aber eigentlich egal sein. Das heißt aber auch, Geist war vor unserem Leben schon da. Und es bedeutet auch, Geist ist nach unserem Leben da. Was ist aber mit dem Geist während unseres Lebens? Es hängt von uns ab. Was soll das denn jetzt? Es ist doch unlogisch. Wenn Geist vorher da war und nachher da ist, dann ist er doch auch während unseres Lebens da! Genau! Der Geist hat da keine Problem mit. Aber ich und wir schon. Also, der Geist ist parallel zu unserem Leben gegenwärtig. Aber, will ich mit ihm zu Lebzeiten etwas zu tun haben? Das ist die Entscheidung, die uns gegeben ist.
 
Stellen wir uns mal vor, wir haben vor kurzem ein Chorkonzert besucht. Der Gesang, der Klang und die Musik haben uns begeistert. Dann wurde der Wunsch in uns wach, selber in diesem Chor mitzusingen. Sie suchen auch noch SängerInnen. Der Wunsch verstärkt sich und beschäftigt uns den ganzen Tag. Und jetzt, wo ist das Problem? Du hast dich bislang nie für Musik interessiert. Geschweige denn du hast gerne gesungen. Keine guten Vorraussetzungen. Du kannst es aber ändern. Fang an. Singe mit wenn du eine CD hörst. Besorge dir ein Liederbuch. Lerne Noten. Melde dich zur Probe im Anfängerchor an. Das ist doch ein Plan. Jetzt kommt deine eigene Entscheidung. Du machst dich auf diesen, vielleicht mühseligen Weg. Der Unlust, die nach der Begeisterung folgt, gibst du nach. Bei welcher Entscheidung wirst du es in den Chor schaffen?
 
Macht es also Sinn, sich im Zeitlichen mit dem Ewigen zu beschäftigen? Ich verstehe: Ja! Denn, wenn wir uns im Leben primär mit uns beschäftigen, also auf uns säen, bleibt die Ernte zeitlich. Bestenfalls bleibt eine Hinterlassenschaft. Welcher Art auch immer.
 
Wie geht säen auf den Geist denn praktisch? Vielleicht schauen wir aber erst mal darauf, wer Empfänger des Schreibens von Paulus ist. Es ist wie am Anfang schon gesagt, die Christen-Gemeinde in Galatien. Die Galater. Heute würden wir sagen: Mitglieder einer Kirchengemeinde. Menschen die als Gläubig zu bezeichnen sind. Es sind also Menschen die wissen wer der Geist ist. Mehr noch: In Beziehung zum Geist leben. Deshalb kann Paulus auch davon ausgehen, dass die Galater handeln weil sie geistlich sind. Und ihr Handeln vom Geist Gottes geprägt ist.
 
Was gibt da denn Paulus in dem Brief im Detail mit auf den Weg? 
 
a) Wie umgehen mit jemandem unter uns, der sich falsch verhält? Helfen, damit er wieder zurecht kommt. Und das auf freundliche Art. Ohne Besserwisserei. Dabei aber auch auf den Selbstschutz achten. Das Ganze in von Gott geprägter Weise.
b) Gegenseitig helfen. Für andere in Notlagen eintreten. Das hat Jesus in seinem Programm für die Menschen so vorgesehen.
c) Werdet nicht hochmütig. Lebt echt. Nicht mehr scheinen als sein. Das ist Selbstbetrug.
d) Prüft nach, aus welcher Motivation ihr etwas macht. Geht es nur um die eigene Ehre, lass es sein. Bemüht euch nicht darum, von anderen gelobt zu werden. Freut euch für euch alleine. Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich.
e) Bezahlt die Leute, die euch lehren und das Wort Gottes euch nahebringen.
f) Alles was man tut fällt auf einen selbst zurück. Denkt nicht, Gott würde euch beschenken, wie ein Automat. Was ihr nicht gesät habt, werdet ihr auch nicht ernten.
g) Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Jetzt wird es erklärungsbedürftig. Es geht also nicht darum was ich säe? Sondern worauf ich säe. Zwei Gegensätze sind hier genannt. Fleisch und Geist. Und was geerntet wird, jenachdem worauf man sät.
h) Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen. Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen.
 
Das sind Hilfen, die Paulus den Christen in der Geimeinde der Galater gibt. Klare Anweisungen, wie säen auf den Geist geht.
 
Für mich gilt, klar zu wissen, wann ich über säen auf Zeit hinauskomme. 
Immer dann, wenn ich nicht nur an mich denke.
Wenn andere für mich auch wichtig sind.
Wenn ich Hilfe für andere nicht dazu verwende der Welt zu zeigen, wie gut ich bin.
Wenn wir wissen, wir kennen Menschen, die uns nicht reinlegen wollen.
Wenn wir uns auf Gott verlassen können, und er er sich auf uns.
 
Andreas Nitsch

Demnächst bei uns

So 01. Nov. 10:00 - 11:30 Uhr
Gottesdienst
------------------------------------
Mi 04. Nov. 14:00 - 18:00 Uhr
Musikatelier
------------------------------------
Do 05. Nov. 14:00 - 18:00 Uhr
Musikatelier
------------------------------------
Sa 07. Nov. 10:00 - 13:00 Uhr
Männerfrühstück fällt aus!
------------------------------------
So 08. Nov. 10:00 - 11:30 Uhr
Gottesdienst
------------------------------------
So 08. Nov. 12:00 - 13:30 Uhr
Pastaessen
------------------------------------
Mi 11. Nov. 14:00 - 18:00 Uhr
Musikatelier
------------------------------------

Ihr Weg zu uns...

Einen behüteten Weg!